Der Marinesoldat 1/4

Alles begann in Bremerhaven..

Die Nacht

.. ich war 18 und in dieser Nacht im einzigen Club meiner Heimatstadt. Na gut, eher Diskothek, aber Club klingt cooler.

Da ich erst ziemlich spät anfing mich übertrieben aufzustylen und dann feiern zu gehen, habe ich auch nicht darüber nachgedacht, dort jemanden kennenzulernen. Ich ging  vorher also bedenkenlos einen Döner essen. Ohne Fleisch, aber dafür mit besonders viel Knoblauchsoße und einer extra Portion Zwiebeln.

Dies wurde mir dann doch viel zu schnell zum Verhängnis, denn schon nach dem zweiten Glas wurde mir kotzübel. Und als ob das nicht schon genug wäre, konnte ich den ganzen aufsteigenden Kotzbrei nicht mehr bei mir behalten.

Da der Weg zum Klo gefühlt eine Weltreise entfernt war, schüttete ich schnell mein Glas Wodka Redbull (ey, DIE IT-Mische zu der Zeit!) in eines der Kerzengläser auf dem Tisch. Und zack wanderte der ganze Brei direkt in mein leeres Glas. Das alles geschah zwischen all den Menschen, von denen mich locker 80% kannten, denn das war ja wie gesagt der einzige Club weit und breit..

Um nun diesen ekelhaften Knoblauch-Zwiebel-Kotzgeschmack aus meinem Mund zu bekommen, kam ich auf die glorreiche Idee mir ein Glas Milch zu bestellen. Also ab an die Bar!

Und da saß er. Ein mindestens genauso betrunkener 20 jähriger Typ, in nem rot karierten Hemd, braunen Locken und grünen Augen.
Mir war sofort klar: Den muss ich haben.

Einziges Hindernis: Eine ca. 40 Jährige Olle, die versuchte ihn anzuflirten.

Ich: „Ist das deine Mutter?“ Natürlich wusste ich, dass sie das nicht war, aber was besseres fiel mir in dem Moment nicht ein.
Er: „Haha. Nein?!“ Ich wusste das zieht. Bye Granny, der gehört mir!
Ich: „Soll ich dich retten?“ Man, ich hatte echt die Mördersprüche drauf.
Er: „Bitte!“ Yes!!

Geil! Das war das Go! Küss ihn! Und das tat ich dann. Oh ja, mit der leckeren Fahne die ich hatte. Aber egal, ihn hats nicht gestört und mich sowieso nicht.
Nach diesem super leckeren Kuss, fragte er mich dann was ich trinken möchte. Ich blieb bei der Milch.
Nach einigen weiteren Kusssessions wars auch schon echt spät geworden. Wir tauschten Nummern aus und gingen beide nach Hause.

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Der Morgen danach

Wir haben noch in der Nacht geschrieben und auch noch an diesem Morgen. Wir wollten uns direkt wiedersehen. Kurz vor dem Treffen schrieb er mir: „Ich muss dir aber noch was erzählen. Das will ich aber persönlich tun..“

Was? Ihr müsst wissen, dass ich mir als kleines Kind schon sicher war, dass mein Traummann grüne Augen und braune Locken haben wird.

Folgende Dinge schossen mir nun durch den Kopf:
A) Der hat eine Freundin. Die wahrscheinlichste Option.
B) Er wohnt nicht hier. Wäre gar nicht mal so wild, wenn es höchstens 500 Kilometer sind.
C) Schwul. Who knows?
D-Z) Alles andere was euch jetzt noch durch den Kopf geht. Wir Mädels machen uns bei sowas ja immer ganz besonders verrückt.

Das Treffen

Da standen wir nun, sahen uns an und OH MAN LEUTE, der Typ sah im Tageslicht noch 10 Mal besser aus, als betrunken in der Nacht.
Ich wollte natürlich sofort wissen, was Sache ist.

Ich hab am ganzen Körper geschwitzt. Ich kann euch aber nicht sagen, ob es der Restalkohol war, oder einfach die Nervösität. Während ich ihm nun in seine wunschönen grünen Augen sah, haute er raus: „Ich bin Marinesoldat.

Ich war kurz verwirrt. Ich war in der letzten Nacht zwar betrunken, aber ich konnte mich daran erinnern, dass er meinte, er wäre IT-Futzi. Und jetzt Marinesoldat? Was war jetzt so schlimm daran? Ich checks nicht.

Er erzählte mir, dass er Bedenken hätte, weil er oft auf See fahren würde und man sich dann schon ziemlich vertrauen müsste.
Ich fand das kein bisschen schlimm. Schließlich war er mein Traummann. Was soll er schon großartig auf See machen? Da sind doch eh nur Männer, oder Frauen die aussehen wie Männer. Ihr wisst schon…
Von da an sahen wir uns täglich. Wann wir genau „zusammen“ waren, kann ich gar nicht sagen. Es passierte einfach..
Jedes zweite Wochenende fuhr er zu seinen Eltern nach NRW und das andere Wochenende blieb er hier in der Kaserne.
Wir konnten kaum die Finger voneinander lassen. Alles war perfekt.
Er lernte meine ganze Familie kennen und selbst das meisterte er mit Bravour! Obwohl er, das muss ich leider zugeben, nicht die hellste Leuchte war. Das störte mich aber kein bisschen, denn er war ja schön und der Sex war überwältigend. Das reicht doch auch, oder was meint ihr?
Das Schönste an dieser Beziehung war, dass ich mich nicht verstellen musste.
Selbst an dem Punkt, an dem Romantik zur Realität übergeht und man anfängt voreinander zu furzen.
Es soll doch tatsächlich Beziehungen geben, in denen Leute nach Jahren noch ihre Fürze unterdrücken!! What? Wieso? Diese Schmerzen muss man sich doch echt nicht antun. Das ist doch das normalste auf dieser Welt. Genauso wie rülpsen, niesen oder husten. Warum also nicht auch furzen. Klar, das stinkt schon manchmal gewaltig, aber das tun manche Rülpser auch.

Gut, ich schweife ab.
Zurück zu meiner perfekten Beziehung und dem grandiosen Sex.

Einer dieser Abende

Eines Abends fuhren wir mit seinem Auto auf ein abgelegenes Feld. Keine Ahnung wo das war, aber es war ziemlich weit weg und verlassen. Keine Menschenseele weit und breit.

Wir parkten und dann ging es auch schon los. Rücksitze runtergeklappt und ran an den Speck!
Gerade als wir voll dabei waren, sahen wir zwei Lichter. Fuck! Die Lichter kamen immer näher! Ein Auto, was zum Glück an uns vorbei fuhr.
Blöd nur, dass wir nicht wussten, dass der einzige Weg zurück, wieder diese Straße war.
Ohne drüber nachzudenken und voller Adrenalin haben wir direkt wieder losgelegt.
Und dann wieder, das Auto. Diesmal wurde es immer langsamer.
Ich hatte echt Panik. Wer weiß was das für ein Typ war? Man sah nichts, da die Scheiben beschlagen waren.
Er parkte etwa 10 Meter neben uns. Und als wäre das nicht genug, stieg mit ihm ein zweiter Mann aus dem Wagen. Einer von beiden hielt eine Taschenlampe in der Hand und strahlte uns an.
Ich habe wohl noch nie so ne Schwierigkeiten gehabt mich anzuziehen. Wo waren meine Sachen? Ich will doch nicht nackt sterben!
Als beide nun direkt vor uns standen und wir nur noch ein Licht sahen, klopfte einer der beiden an die Scheibe.
POLIZEI! Aufmachen!
Ich und mein Matrose waren immer noch nackt.
Wir machten die Tür auf und…
Ok, gut. Ich geb es zu. Ab diesem Moment fand ich es dann doch ganz witzig.
Sie wollten unsere Ausweise sehen und that’s it.

Die Polizisten haben zwar versucht professionell zu bleiben, aber ohne Erfolg. Sie konnten sich das Schmunzeln nicht verkneifen und wir genauso wenig.

Der Abend darauf

Da wir beim Akt der Liebe unterbrochen wurden, musste das natürlich nachgeholt werden.

Also: Selbes Paar, selbe Absicht, selber Ort, selbe Uhrzeit…
..und ja, auch die selben Polizisten.
Was zur Hölle?? Der einzige Unterschied zur Nacht vorher war der Gestank im Auto von Pommes und Burger. Wenn wir also diesmal die Tür öffnen werden, kippen die beiden wahrscheinlich um.
Polizei! Ihr schon wieder?!
Ok, wem passiert sowas bitte zweimal und dann auch noch direkt hintereinander?

Mir.

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